Morgen ist es endlich soweit! Die Fußball-WM 2010 wird in Südafrika eröffnet! Das ganze Land ist im Fußballfieber. Dabei sind viele Einheimische nicht nur treue Fans, die zusammen mit den internationalen Gästen in die modernen Stadien pilgern, sondern spielen auch selbst auf den zahlreichen provisorischen Fußballplätzen des Landes. Viele Südafrikaner tun das vor allem deshalb, weil Sie sich eine teure Eintrittskarte für die Stadien sowieso niemals leisten könnten.
Und gerade deshalb ist die Fußball-WM so wichtig für die Entwicklung von Südafrika. Von dem internationalen Megaereignis hängt die Zukunft eines ganzen Landes ab. Die Welt soll Südafrika von einer anderen Seite kennenlernen und eventuelle Vorurteile sollen endgültig besiegt werden. Ein WM Sprecher sagte beispielsweise: „Manche Leute denken, dass Sie in Johannesburg direkt im Dschungel landen, von Löwen begrüßt werden und wirklich ums nackte Überleben kämpfen müssen. Diese Personen werden hoffentlich ganz schnell feststellen, dass Sie in einem modernen Land zu Gast sind.“
Die Bevölkerung Südafrikas hat hohe Erwartungen in die Fußball-WM gesteckt. Man erhofft sich vor allem steigende Einnahmen aus der stetig wachsenden Tourismusbranche und eine daraus resultierende Schaffung neuer Arbeitsplätze. Aber auch die übrigen Länder Afrikas sollen nachhaltig von der Fußball-WM profitieren. Vor allem im Tourismus wurden länderübergreifende Marketing-Kampagnen geschaltet, um Reisende aus der ganzen Welt nach Afrika zu locken. Aber auch der Ausbau der Straßennetze kommt nicht nur den Bewohnern Südafrikas zugute.
Neben diesen wirtschaftlichen Vorteilen soll sich die WM auch positiv auf den Bildungssektor auswirken und nachhaltige Verbesserungen für künftige Generationen garantieren. Die bis 2015 laufende FIFA-Kampagne „1GOAL“ hat es sich beispielsweise zum Ziel gemacht, dass bis zum Ende des Hilfsprojekts insgesamt 72 Millionen afrikanische Kinder ins Bildungssystem eingegliedert werden und die Möglichkeit bekommen, eine Schule zu besuchen. Darüber hinaus läuft das von dem berühmten Radiomoderator John Perlman initiierte „Dreamfields Project“, mit dessen Hilfe das Selbstvertrauen vieler afrikanischer Kinder gestärkt werden soll: „Wenn die Kinder aus meinem Projekt auch etwas lernen, ist das natürlich perfekt. Vor allem möchte ich jedoch erreichen, dass die Kinder Spaß haben und Ihre Alltagssorgen vergessen können.“
Bleibt nur zu hoffen, dass diese positiven Aussichten nicht von einem unvorhergesehenen Ereignis getrübt werden. Aus eben diesem Grund hat die südafrikanische Regierung die Sicherheitsmaßnahmen während der WM extrem verschärft. Sicherheit hat während der Fußball-WM oberste Priorität. Bei über 25 Millionen Zuschauern, die die Ereignisse in Südafrika aufmerksam verfolgen werden, wären die Folgen schließlich nicht auszudenken, wenn wirklich etwas passieren sollte. „Die ganze Welt wird bei uns zu Gast sein, da wollen wir das Risiko natürlich so gering wie möglich halten“, sagt Nathi Mthethwa, der Polizeisprecher Südafrikas.
Insgesamt ist die Fußball-WM 2010 eine einmalige Chance für das Land, die nicht ungenutzt verstreichen darf. Es kann schließlich eine ganze Weile dauern, bis die Fußball-WM wieder nach Afrika zurückkehrt . Für Südafrika sind die kommenden 30 Tage also mehr als nur das größte Sportereignis der Welt. Sie sind die Chance auf eine bessere Zukunft!